Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e.V.
Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e.V.

Wissenschaftliche Tagungen

Erste Internationale Tagung der DGSM erfolgreich!

 

Unter dem Thema   "Von der Kogge zum Containerschiff"  gingen auf unserer Internationalen Tagung im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg  vom 17. bis 19. März 2017 Wissenschaftler der Frage nach, wie Schiffe entstehen.

 

Auf dieser von der Deutschen Gesellschaft für Schiffahrts- und Marine-geschichte in Kooperation mit der Deutschen Marineakademie und dem Deutschen Maritimen Institut  und der Ranke-Gesellschaft veranstalteten Konferenz wurde  in 12 Vorträgen  der Weg vom handwerklich beriebenen Schiffbau bis zum industriellen Schiffbau  als eine Entwicklung von der Antike bis zur Gegenwart verdeutlicht. 

 

Als Grundergebnis konnte  aufgezeigt werden, wie ein Schiffskörper seit der Antike bis noch ins 17. Jahrhundert in Schalenbauweise gefertigt wurde, d.h. in eine aus den Planken geformten Schale wurden die Spanten nachträglich als Verstärkung eingefügt. 

 

Vom 18.  bis ins 20. Jahrhundert  war das  Skelett von Kiel und Spanten als Träger der Außenhaut Konstruktionsprinzip eines Schiffskörpers.  In den 1940er Jahren  entstand die Sektionsbauweise, d.h. die  getrennte Fertigung einzelner Sektionen, die zu einem Schiffsrumpf zusammengefügt werden, als neues Schiffbauprinzip, das heute, vor allem im Großschiffbau, angewandt wird.

 

Die  Beiträge der international ausgewiesenen Fachleute wurden  durch den Nestor der Schiffbaugeschichte, Herrn Professor Dr.Ing., Dr. Ing.e.h., Dr. hc. Eike Lehmann, der auch den Abendvortrag hielt, durch fachliche Kommentare bereichert. 

 

Mit  dieser Konferenz  konnte  die DGSM eine Veranstaltung von universitärem Niveau durchführen. Die Referate werden in einer wissenschaftlichen Schriftenreihe in ansprechender Form veröffentlicht. Großer Dank gebührt auch dem Deutschen Marinebund, der großzügiger Weise dieses Vorhaben mit einem namhaften  Betrag gesponsert hatte.
 

Dr. Heinrich Walle

Spreches des wissenschaftlichen Beirates der DGSM

 

 

 Interdisziplinäre Fachtagung 2017

 

Thema:

Von der Kogge zum Containerschiff - Der Weg vom Schiffbauhandwerk zur Schiffbautechnik - Lessons learnt - Best practices

 

Interdisziplinäre Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte (DGSM) in Zusammenarbeit mit dem Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, der Ranke-Gesellschaft, der Deutschen Akademie und dem Deutschen Maritimen Institut

 

Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e.V. (DGSM)

 

Zeit und Ort: 17. bis 19. März, 2017 im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, Apostelstraße 84, 47119 Duisburg

 

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Heinrich Walle, Sprecher des wissenschaftlichen Beirats der DGSM

 

 

 

Tagungsthema und Vorträge:

 

Schiffe sind von heher komplexe Gebilde. Ihre Gestaltung und Bau richten sich nach den geophysikalischen Bedingungen des Einsatzgebietes, dem Verwen-dungszweck, den zum Bau verfügbaren Materialien sowie den handwerklich-technischen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Schiffbauer.

 

Bis zum Mittelalter beruhte der Schiffbau in Europa ausschließlich auf hand-werklichen Fähigkeiten, die durch Erfahrung vermittelt wurden. Herausragendes Beispiel mittelalterlicher Technik und mittelalterlichen Schiffbaus war die Hansekogge. Seit der frühen Neuzeit wurde erst schritt-weise und später mit fortschreitender Zeit in wachsendem Maße ein Weg vom Schiffbauhandwerk zur Schiffbautechnik durch Anwendung naturwissen-schaftlicher Kenntnisse in Planung und Ausführung beschritten.  Während der Phase der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kam es im Schiffbau zum Übergang vom Holz- zum Eisen- und Stahlschiffbau, wie auch auf der SEite des Schiffsantriebes zur Verdrängung des Segels durch die Einführung von Wärme- kraftmaschinen. Trotz dieser gewaltigen Umwälzungen auf dem theoretischen und materillen Umfeld war aber der Rückgriff auf handwerkliches Können und Erfahrung im Schiffbau bis ins 20. Jahrhundert noch von entscheidender Bedeutung. Neue Technologien und eine vollkommene theroretische Voraus- berechbarkeit bestímmen nun den Schiffbau der Gegenwart. Das moderne Containerschiff ist hier herausragendes Beispiel für den Entwicklungsstand gegenwärtiger Schiffbautechnik. Die hier angekündigte Fachtagung soll an Fallbeispielen aus verschiedenen historischen Epochen den Weg vom Schiff- bauhandwerk zur Schiffbautechnik inn interdisziplinärer wissenschaftlicher Betrachtung und Analyse aufzeigen.

 

 

Flyer wissenschaftliche Tagung Duisburg 2017
DGSM Flyer Tagung 2017 interaktiv.pdf
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Das Tagungsprogramm mit Referenten
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2014: Auf den Spuren der Kaiserlichen Marine

Werbemotiv von Willy Stöwer zur Historischen Tagung 2014

Historische Tagung der DGSM mit ungewohnter Perspektive

 

 

Unbestritten ist der Erste Weltkrieg eines der Toppthemen des Jahres in Gesellschaft, Politik und Medien. Kaum verwunderlich, dass auch die DGSM diese „Urkatastrophe des 20. Jahr-   hunderts“ in den Fokus ihrer dies-  jährigen Historischen Tagung stellte. Mit gut 100 Teilnehmern  war die Villa 78 in Kiel am letzten März-   wochenende des Jahres nahezu bis an ihre Kapazitätsgrenzen gefüllt. Unter dem Titel „Die Kaiserliche Marine im Großen Krieg, eine Spurensuche“ nahm sich die renommierte schifffahrts-       historische Gesellschaft dem Ereignis ganz bewusst nicht plakativ an. „Technik und Pulverdampf sind eh schon medial überzeichnet“, bemerkte Konteradmiral a.D. Dr. Sigurd Hess, Vorsitzender der DGSM,in seinen einführenden Worten. „Darum widmet sich die DGSM dem Bild der Seestreitkräfte in den Medien der damaligen Zeit.“


Und die ungewohnten Blickwinkel der erstklassigen Referenten hatten Charme und offenbarten nicht selten bislang Unbekanntes oder wenig Beachtetes: So beleuchtete Dr. Winfried Mönch vom Wehrgeschichtlichen Institut in Rastatt die seinerzeit noch junge Photographie als Mittel von Propaganda und Dokumentation. Ähnlich auch die Betrachtungen von Jörg-Michael Hormann, Experte für Marinemalerei, in der zeitgenössischen bildenden Kunst am Beispiel der Künstler Willy Stöwer, Claus Bergen und Robert Schmidt-Hamburg.


Voller Saal: Ein aufmerksamens Publikum erlebte spannende Exkursionen durch die kulturelle Rezeptionsgeschichte des Ersten Weltkrieges. (Foto: Ulf Kaack)
Hoher Erkenntniswert: Prof. Dr. Jürgen Elvert und "Die deutsche Flottenpolitik im Spiegel der zeitgenössischen britischen Literatur um 1900". Ein bemerkenswerter Abendvortrag. (Foto: Ulf Kaack)

Der seinerzeit aufstrebenden Filmbranche und deren Darstellung der Kaiserlichen Marine vor allem in zeitgenössischen Spielfilmen widmete sich Dr. Gerhard Wiechmann von der Universität Oldenburg. Die Thematik wurde durch verschiedene Filmdokumente aus dem Archiv des Deutschen Maritimen Instituts angereichert und von Dr. Heinrich Walle, Sprecher des wissenschaftlichen Beirates der DGSM, fachlich kommentiert.

Eine weitere Säule der Historischen Tagung war die Wahrnehmung des maritimen Kriegsgeschehens in der Literatur. Dabei zog Dr. Sigurd Hess einen retroperspektivischen Vergleich zwischen „Mein Kampf“ von Adolf Hitler und „The World Crisis“ aus der Feder von Winston Churchill. Nicht minder gehaltvoll die Ausführungen von Professor Dr. Jürgen Elvert, Vorsitzender der Ranke Gesellschaft in Köln, der sich der deutschen Flottenpolitik im Spiegel der britischen Literatur im beginnenden 20. Jahrhundert annahm.

Auch die deutschen Schriftsteller thematisierten die Kaiserliche Marine in trivialen und kulturell etablierten Werken, wie Alexander Losert, Chefredakteur des Magazins Militär & Geschichte, in seinem Referat anführte. Thematisch vertieft wurde dies von Marinehistorikerin Kathrin Orth M.A., die sich der Autoren Felix „Seeteufel“ Graf von Luckner annahm. Dr. Rüdiger Schütt von der Universität Kiel widmete seine Ausführung dem Schaffen und der Biographie von Gorch Fock, während der Autor Theodor Plevier ins Zentrum der Darstellungen von Professor Dr. Hans H. Müller von der Universität Hamburg rückte. Und natürlich durfte einer in diesem literarischen Reigen nicht fehlen: Joachim Ringelnatz, der von der Vorsitzenden der Ringelnatz Stiftung, Erika Fischer, leidenschaftlich portraitiert wurde.

Literaturpodium: Unter der Leitung von Dr. Heinrich Walle (2.von rechts) referierten von links nach rechts: Dr. Rüdiger Schütt über Gorch Fock, Prof. Dr. Hans H. Müller über Theodor Plevier, Erika Fischer über Joachim Ringelnatz und Kathrin Orth über Graf

Eine besondere Bedeutung in der gesellschaftlichen Akzeptanz der kaiserlichen Marinerüstung fiel dem Deutschen Flottenverein zu, wusste Dr. Sebastian Diziol in seinem Referat über das seinerzeit äußerst populäre Propagandainstrument zur Förderung der allgemeinen Flottenbegeisterung zu berichten.

Launiger Beitrag: H. Peter Bunks erheitert mit einer passenden Anekdote die Zuhörer. Und auch Eberhard Kliem (Mitte) kann situationsbedingt, als schwer geprüfter Tagungsorganisator wieder lachen. (Foto: Ulf Kaack)

Tiefe Einblicke in die Seekriegstheorie, strategische Zielsetzungen sowie Aspekte des Flottenbaus im Vorfeld des Ersten Weltkriegs und eingebettet in die deutsch-britische Rivalität gewährten Kapitän z.S. a.D. Uwe Dirks sowie der ehemalige Chef des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, Kapitän z.S. a.D. Dr. Werner Rahn.

Final wurde dem Bild der Kaiserlichen Marine in aktuellen musealen Darstellungen Raum gegeben: Dr. Stephan Huck, Direktor des Deutschen Marinemuseums Wilhelmshaven, Dr. Dirk Peters vom Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven sowie die wissenschaftliche Leiterin des Deutschen Luftschiff- und Marinefliegermuseum AERONATICUM in Nordholz, Dr. Anja Dörfer, stellten die Aktivitäten ihrer Institutionen vor. Ebenso Konteradmiral a.D. Ulrich Otto, der über das Marineehrenmal Laboe in Geschichte und Gegenwart berichtete.

Spurensuche vor Ort: Einige Mitglieder der Tagung bei fachmännischer Erläuterung durch Dr. Heinrich Walle, Sprecher des Wissenschaftlichen Beirates der DGSM, im U-Bootehrenmal Möltenort. (Foto: Ulf Kaack)

Die Spurensuche der DGSM lieferte den Tagungsteilnehmern ein breitgefächertes Kaleidoskop neuer Erkenntnisse und Betrachtungsweisen. Dr. Sigurd Hess in seinem Schlusswort: „Die referierenden Experten widmeten sich mit wissenschaftlich hervorragender Kompetenz der Rolle und dem Handeln – und letztendlich dem Scheitern - der Kaiserlichen Marine sowie den Reflektionen der Ereignisse in Politik, Geschichte und Gesellschaft. Ein in Kürze erscheinender Tagungsband der DGSM wird die Inhalte des in Kiel Vorgetragenen in schriftlicher und entsprechend bebilderter Form zusammenfassend dokumentieren.“

 

Ulf Kaack

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