Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e.V.
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Aktuelles

3. Preisverleihung der „Stiftung zur Förderung der Schiffahrts- und Marinegeschichte“

Smalltalk vor Beginn der Veranstaltung

Am 03.November 2018 lud die „Stiftung zur Förderung der Schiffahrts- und Marinegeschichte“ zur, nunmehr, dritten Preisverleihung ihres Preises zur Förderung zur Förderung der Schiffahrts- und Marinegeschichte in die Vertretung des Landes Bremen in Berlin ein. Geladen waren Vertreter des Deutschen Marinebundes e.V., der Deutschen Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e.V., der Deutschen Marine, des Landes Bremen und der Universität Trier.

Trio -Die Klangstifter-

Mit einem Grußwort eröffnete der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Lutz Adam den Festakt. Den musikalischen Teil bestritt das Trio „Die Klangstifter“ mit älterer und neuerer klassischer Musik. Das Grußwort sprach, als Vertreter der Deutschen Marine, Flotillenadmiral Dr. Apel. Nach einer weiteren musikalischen Darbietung durch das Trio „Die Klangstifter“ fesselte Dr. Pascal Warnking (Uni Trier) mit einem äußerst interessanten Vortrag über die römische Handelsschiffahrt.

Lutz Adam spricht die Eröffnungsworte

Er erläuterte, wie anhand antiker Überlieferungen, modernen Computerprogrammen und diverser Wrackfunde antike Handelsrouten und Schiffe rekonstruiert werden konnten und sich damit vieles, was man vorher als Legende oder „künstlerische Freiheit“ bezeichnete, als real herausstellte.

Dr. Apfel spricht als Vertreter der Marine

Besonders erstaunlich war, daß antike Schiffe doch eine beachtliche Ladekapazität hatten, denn ca. 10.000 Amphoren erforderten doch schon eine gewisse Schiffsgröße. Diese wurde auch durch Wrackfunde bestätigt.

Prof. Dr. Schäfer würdigt den Preisträger

Die anschließende Laudatio auf den Preisträger KKpt. d.R. Dr. König hielt Prof. Dr. Christoph Schäfer von der Universität Trier. Er schilderte den Werdegang von Dr. König in der Marine und der Forschung. Dabei vergaß er nicht, daß, um eine solche Arbeit zu bewältigen, auch die Unterstützung der Familie unerläßlich ist.

Dr. König bedankt sich

Sichtlich bewegt nahm Dr. König die Ehrenurkunde aus den Händen des Vorsitzenden der Stiftung Vizeadmiral a.D. Hendrik Born und der Stiftungsgründerin Fr. Ute Redell entgegen. In der folgenden Rede bedankte sich Dr. König bei allen Unterstützern, die zum Gelingen dieses sehr umfangreichen Projektes beigetragen haben. Besonders seiner, ebenfalls anwesenden, Ehefrau dankte er, da sie, neben den Belastungen des Familienalltages und der Kindererziehung, ihm immer „den Rücken frei“ gehalten habe. Beim anschließenden Empfang in der Lobby der Landesvertretung gab es, neben einem reichhaltigen Buffet, noch reichlich Zeit zu einem ausgiebigen Smalltalk.

 

Fotos und Bericht von Hans-Stefan Hudak

JHV 2018 in Wilhelmshaven

Vorstandsitzung in der Offiziersmesse der Mölders. Foto von Olaf Rahardt.

Glanz und Gloria schwimmender Exponate, Jahrestagung der DGSM
Schiffe, die sich nicht mehr in Fahrt befinden, sondern ihren Liegeplatz als „schwimmende Exponate“ in Museen eingenommen haben, waren Thema der Jahrestagung, welche die DGSM vom 14. Bis 16. September 2018 in Wilhelmshaven durchführte. Den Vortragszyklus eröffnete der Vorsitzende des „Vereins Freunde der Viermastbark PEKING“ Mathias Kahl, der anschaulich über Erwerb, Rückführung aus New York nach Hamburg und nunmehr umfassende Restaurierung der Viermastbark PEKING berichtete. Der 1911 bei Blohm + Voss in Hamburg für die Reederei Laeisz erbaute Großsegler gehörte zu den berühmten „Flying-P-Linern“. Die Reederei verkaufte das Schiff 1932, nach England, wo es als stationäres Schulschiff genutzt wurde und 1974 als Museumsschiff nach New York kam. 2012, nach Beschädigungen durch einen Hurrikan entschloss man sich das Schiff zu veräußern. Nachdem der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages 2015 Gelder für die Neugründung des Hamburger Hafenmuseums bewilligt hatte, konnte 2016 die Stiftung Hamburg Maritim mit der Rückholung und fachgerechten Restaurierung des Schiffes als „Leitexponat“ für dieses neue Museum beauftragt werden. Das geschieht seit 2017 auf der Peters Werft in Wewelsfleth bei Hamburg. Wie Herr Kahl sehr anschaulich darzustellen vermochte, ist das Schiff trotz seines Alters und vieler Schäden dennoch in einem erstaunlich guten Erhaltungszustand, so dass hier die Restaurierung eines wertvollen Denkmals der maritimen Technikgeschichte gerechtfertigt ist.

 

Ronald Hopp bei seinem Regionalbericht. Foto von Olaf Rahardt.

Den nachfolgenden Film „Around Cape Horn“ hatte Irving Johnson von seiner Reise mit der PEKING von Hamburg nach Talcahuano in Chile aufgenommen. Dieser amerikanische Seemann, der später als Kapitän gefahren ist, hatte sich 1929 als Gast auf diesem letzten Flying P-Liner eingeschifft und dabei Aufsehenerregende Filmaufnahmen von der Kap-Horn -Umrundung der Viermastbark und Führung von Kapitän Jürgen Jürs drehen können. Als eines der wenigen Filmdokumente zeigen Johnsons Aufnahmen, wie ein Großsegler die gewaltigen Wettererscheinungen von See und Stürmen in dieser Region nur mit Hilfe der Muskelkraft seiner Männer bewältigen konnte.

Kommandobrücke der Mölders. Foto von Hans-Stefan Hudak.

Dr. Stephan Huck, Museumsleiter des Deutschen Marinemuseums zu Wilhelmshaven, berichtete unter dem Thema „Wohl und Wehe einer Museums Flotte“ über die schwimmenden Exponate seines Hauses. Haupt Anziehungspunkt ist unbestreitbar der Lenkwaffenzerstörer „MÖLDERS“, den Dr. Huck sozusagen als seine „Mona Lisa“, d.h. als Hauptattraktion des Museums bewertet. Das Schiff stand von 1969 an 34 Jahre im Dienst der Marine, wurde 2003 außer Dienst gestellt und als Dauerleihgabe der Wehrtechnischen Studiensammlung seit 2005 am Liegeplatz des von einer Stiftung unterhaltenen Deutschen Marine Museums vertäut. Zu den schwimmenden Exponaten gehört auch das Minenjagdboot WEILHEIM, eine Einheit der LINDAU-Klasse, den ersten seit 1956 für die Bundesmarine gebauten Küstenmienensuchbooten, die 1995 außer Dienst gestellt, als erstes Boot in das Museum überführt wurde. Neuestes Schiff dieser „Museums Flotte“ ist das 1982 in Dienst gestellte und 2016 auch als Dauerleihgabe der Wehrtechnischen Studiensammlung zur Verfügung gestellte Flugkörper Schnellboot „GEPARD“. Dr. Huck berichtete, dass das Museum versucht, als Einstieg über diese vom Publikum sehr angenommenen schwimmenden Exponate Informationen zur Entwicklung der maritimen Sicherheitspolitik zu vermitteln. Das Museum, das von einer privaten Stiftung unterhalten wird, muss den größten Teil seiner Unterhaltungskosten durch die Eintrittsgelder und Spenden erwirtschaften, so dass die laufende Unterhaltung und Pflege der durchaus aufwendigen Museumsschiffe vor allem durch ehrenamtliche Maßnahmen unterstützt werden muss. Das geschieht mit „PönEx-Manövern“ (Exercise Pönen = Anstreich-Übung), Treffen ehemaliger Besatzungsmitgliedern, „Ihrem“ Schiff dann einen neuen Anstrich verpassen.

 

Rettung des Verunglückten durch die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Foto von Hans-Stefan Hudak.

Der Vortragszyklus wurde von Olaf Pestow mit einem Vortrag „BALCOM 10, Projekt 151, das ambitionierte Schnellboot Konzept der Nationalen Volksmarine“ fortgesetzt. Als ehemaliger Korvettenkapitän der Volksmarine stellte er dieses letzte Projekt der Konzeption eines Flugkörperschnellbootes vor, das von der DDR, Polen und der sowjetischen Marine entwickelt wurde. Olaf Pestow zeigte die  Notwendigkeit der vielen Arbeitsschritte, die von der Vorgabe bis zum fertigen Entwurf notwendig waren, um die Schiffe überhaupt bauen zu können. Von dieser Serie wurden zwei Einheiten noch fertig gestellt, nach der Wende jedoch verschrottet.
Im Letzten Vortrag stellte Dr. Heinrich Walle den Baufortschritt des Nachbaus eines römischen Handelsschiffes „Laurons II“ an der Universität Trier vor. Außer der Technik der Nut-Federverbindung bei den Außenplanken wurden hier Methoden benutzt, die im gegenwärtigen Yachtbau noch angewandt werden. Auch dieses Vorhaben kann nur durch die Mitarbeit zahlreicher ehrenamtlicher Helfer gestemmt werden.
In der am Nachmittag stattgefundenen Jahreshauptversammlung wurde der Vorstand entlastet und im Amt bestätigt. Als neuer Schatzmeister wurden Herr U. Adam und als neuer Webmaster Herr Chr. Hesse gewählt.
Am Sonntag dem 16. September konnten die Teilnehmer an einer Führung durch das Marinemuseum und an der Vorführung einer Rettungsübung durch die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger teilnehmen.

 

Dr. Heinrich Walle unter Zuarbeit von Hans-Stefan Hudak

Gedenkveranstaltung Seegefecht bei Helgoland

Gedenkveranstaltung Seegefecht bei Helgoland, mit Werner Schiebert, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Marinebundes

"Mit dem Kutterwrack wird an die 505 Besatzungsmitglieder des kleinen Kreuzers S.M.S. „Cöln“ gedacht, die in einem Seegefecht vor Helgoland am 28. August 1914 mit Ihrem Schiff untergingen. Einziger Überlebender war damals nach 76 Stunden auf See der Oberheizer Adolf Neumann aus Köln. Das Kutterwrack der „Cöln“ wurde vor der Norderney angetrieben und der Stadt Köln geschenkt. Seit 1926 hat das Kutterwrack seinen endgültigen Platz in der Konche der Eigelstein-Torburg.
Zum Gedenken an die Besatzungsmitglieder findet jedes Jahr am 28. August eine Kranzniederlegung statt.
Die Stadt Köln ist seit 1909 Pate von fünf Schiffen mit Namen Cöln/Köln der Deutschen Marine.
Im hinteren Teil der Konche befindet sich der Heckanker der Köln IV, die 1982 ausgemustert wurde.
Die Restaurierung des Kutterwracks, der Inschriften, die Aufstellung des Heckankers sowie die Anbringung der Tafel wurden 2008 vom Freundeskreis Fregatte Köln e. V. übernommen."

Der zerschossene Kutter der Cöln, gefunden vor Norderney
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