Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e.V.
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Geschichte der Segelschifffahrt

Brigg "Mercedes", Bj.1957/2003-2005 Der Rumpf der niederländischen Mercedes (Fertigst. 2005) stammt von einem 1958 gebauten Fischereifahrzeug, das vollständig entkernt und anschließend 2 Jahre lang als Brigg neu aufgebaut wurde / Foto: Stephan Karraß

 

Die Mercedes ist regelmäßig auf Großseglerveranstaltungen anzutreffen, wie hier auf dem Hamburger Hafengeburtstag 2016 in der Auslaufparade.

 

 

Ein Segelschiff ist laut Definition ein Schiff, das aufgrund seiner Segel durch die Windkraft bewegt wird. Eine Felszeichnung in der Nubischen Wüste (Teilwüste der Sahara im heutigen Sudan), die um ca. 5000 v.Chr. entstand, scheint der derzeit älteste bekannte Nachweis von Schiffen mit Segeln zu sein, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es Segelschiffe seit mindestens 7000 Jahren gibt.

 

Alleine über die verschiedenen Segelschiffstypen, deren Aufbau und Klassifizierungen, wie auch über die Segelarten, Takelungen, Technik und Segelmanöver als Einzelschiff oder im Flottenverband sind Bücher und ganze Buchreihen verfasst worden.

Segelschiffe waren seit dem Altertum bis zum 19. Jahrhundert aus dem Hafenbild nicht wegzudenken und somit das wichtigste Verkehrsmittel für den Personen- und Gütertransport über längere Distanzen.

Bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts waren sie auch vorherrschender Schiffstyp in den Seestreitkräften und repräsentierten in Europa nicht selten in glorifizierender Weise die Staatsmacht, was sich oftmals am Bug mit der Galionsfigur und am Heckspiegel des Schiffes durch repräsentatives, allegorisches Schnitzwerk und bildhauerische, in barockem Stil gehaltenen Werke widerspiegelte.

 

Die Humborld II soll 340 Tage im Jahr auf Nord- und Ostsee, im Atlantik und in der Karibik segeln. Auf diesem Foto hat sie 2016 den Hafengeburtstag in Hamburg besucht und segelt die Elbe abwärts in de Die 2011 fertiggestellte Stahlbark Alexander von Humboldt II mit den charakteristischen grünen Segeln dient im Rahmen der Sail Training Association als Jugend- und Ausbildungsschiff. - Foto: Stephan Karraß

 

Die Alexander von Humbold II soll 340 Tage im Jahr auf Nord- und Ostsee, im Atlantik und in der Karibik segeln. Auf diesem Foto hat sie 2016 den Hafenge-burtstag in Hamburg besucht und segelt die Elbe abwärts in den Sonnenuntergang - eine eindrucksvolle Silhouette.

 

 

Fährt man heute nach Dundee (dort liegen die „HMS Unicorn“ und „RSS Discovery“), Stockholm ("Vasa"), Lelystad ("Batavia" und "De Zeven Provinciën") , Portsmouth ("HMS Victory", "HMS Warrior"), Hamburg ("Rickmer Rickmers" und demnächst die "Peking") oder anderswo auf der Welt, um sich dort die Originale oder Nachbauten der großen Segelschiffe des 17., 18., 19. oder 20. Jahrhunderts anschauen, erfasst einen maritim interessierten Betrachter eine Faszination in Bezug auf die Komplexität und Schönheit dieser Schiffe. Auch lässt sich diese Faszination über viele zeitgenössische Gemälde und Zeichnungen erlangen, über die sich der Phänotypus wie auch die Besonderheit eines bestimmten Segelschiffes erfassen und beurteilen lässt, sofern der Künstler hier sehr sorgfältig, fachmännisch und wahrhaftig tätig war.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts läutete das langsam aufkommende Dampfschiff das Ende der Segelschiffära ein. Obwohl Segelschiffe in der Handelsschifffahrt ihre Bedeutung mittlerweile völlig verloren haben und diese auch in den Seestreitkräften lediglich noch einen Ausbildungs- und Repräsentationszweck erfüllen, haben sie eigentlich bis heute nichts an ihrer Faszination verloren: Viele Windjammerparaden, Hafenfeste und Veranstaltungen haben oftmals erst durch die Großsegler einen besonderen maritim-historischen Charakter.

HMS Victory - Die bis zu 104 Geschütze tragende HMS Victory von 1765 erlangte Bekanntheit als Flaggschiff von Vizeadmiral Horatio Nelson in der Seeschlacht von Trafalgar (1805). - Foto: Stephan Karraß

 

Vizeadmiral Horatio Nelson, der in der Schlacht von Trafalger von einer Gewehrkugel getroffen wurde, verstarb, konnte jedoch die Nachricht des Sieges noch hören. Sein Leichnam wurde übrigens während der Rückreise ins Vereinigte Königreich an Bord vorübergehend in einem Rumfass gelagert, um den Verwesungsprozess so lange wie möglich hinauszuzögern. Obwohl die Victory heute restauriert in einem Trockendock liegt, ist sie nach wie vor als im Dienst befindliches Schiff der britischen Royal Navy und als Flaggschiff des Ersten Seelords gelistet. 

 

 

Mittlerweile denken Schiffskonstrukteure der Handelsschifffahrt auch wieder über Segeleigenschaften ihrer Schiffe nach, um Treibstoff einzusparen. Angefangen bei riesigen Gleitschirmen, die bei günstigen Winden am Schiff befestigt werden können, bis hin zu weit hochgezogenen, leicht verwinkelten Seitenwänden der Frachtschiffe, die satellitengestützt durch günstige Winde geführt werden sollen und somit bei bestimmten Windrichtungen genügend Angriffsfläche für den Wind und somit dann auch Vortrieb entwickeln können (siehe z.B. Vindskip). Auch gibt es erste Entwürfe von Containerschiffen mit Masten, die ihre Segel auf Knopfdruck entfalten können (siehe z.B. Fairtransport Ecoliner).

 

Das Thema Segelschifffahrt in der Handelsmarine bekommt somit wieder etwas Aufwind und auch neue Gesichtszüge.

Auch neue oder zu Segelschulschiffen umgebaute alte Schiffsrümpfe sowie Kreuzfahrtschiffe mit Segelantrieb sind weiterhin auf den Weltmeeren vertreten und werden neu gebaut, so dass das Thema Segelschifffahrt dann doch präsenter ist, als es den Anschein hat.

 

Wir sind gespannt auf die zukünftige Entwicklung und haben dabei stets auch die historische Segelschifffahrt im Auge, zu der sich hier und da immer mal wieder Parallelen ziehen lassen.  

 

Stephan Karraß

Batavia - Mit dem Spiegelretourschiff Batavia (Stapellauf 1628) der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) ist eine der grausamsten Geschichten der Schifffahrt des 17. Jahrhunderts verbunden. - Foto: Stephan Karraß

 

Nachdem die Batavia vor der australischen Küste auf ein Riff lief kam es zu Meutereien und schrecklichen Massakern, nachdem sich die Überlebenden auf nahe Kleininseln retten konnten. Die Abbildung zeigt den 1995 in Lelystad (NL) fertiggestellten Nachbau, für dessen Fertigung damalige Bau- und Konstruktionsfertigkeiten teilweise experimentell wiederentdeckt werden mussten, da es keine überlieferten Baupläne gibt, sondern das Schiffbauwissen damals oftmals mündlich an die nächste Generation weitergegeben wurde.   

 

Um eine umfassende Geschichte der Segelschifffahrt zu verfassen, bräuchte es eine Vielzahl an Bänden. Deswegen beschränken wir uns hier lediglich auf einzelne Beispiele, die wir im Laufe der Zeit aus Beiträgen unserer Mitglieder gesammelt haben. Zunächst stehen uns hauptsächlich Fotos zur Verfügung - doch wir beabsichtigen, im Laufe der Zeit noch entsprechende Texte zur Geschichte der abgebildeten Segler hinzufügen zu können.

Ihre Beiträge sind herzlich willkommen. Bitte senden Sie sie an:


                   webmaster@schiffahrtsgeschichte.de

 

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Einsendern und hoffen auch in Zukunft auf weitere spannende und interessante Beiträge, die wir dann hier auf den Seiten veröffentlichen werden.

 

Satu Panzner

Webmasterin

 

Die Galeone Vasa, ein schiffbauliches Prestigeobjekt mit ursprünglich über 700 verbauten Schnitzstatuen, sank im Jahr 1628 auf ihrer Jungfernfahrt wegen konstruktiver Mängel. - Foto: Stephan Karraß

 

Nach nur 1300m Segelstrecke sank die Vasa wegen konstruk-tiver Instabilität im Stockholmer Hafen: War sie ursprünglich als Eindecker konstruiert, musste sie vom niederländischen Schiffbauer auf Geheiß von König Gustav II. Adolf von Schweden mitten im Bau um ein weiteres Kanonendeck aufgestockt werden, was zu Lasten des Tiefgangs und der Schiffsstabilität ging: Sie krängte während der Jungfernfahrt in einer Windböe, lief über die Stückpforten voll Wasser und
sank innerhalb weniger Minuten. Das Wrack wurde 1956 entdeckt, 1961 gehoben und dann 17 Jahre lang für die Nachwelt mit Polyethylenglycol behandelt, um es zu konservieren. Sie kann heute im Vasa-Museum
in Stockholm besichtigt werden.

 

Die Jylland ist die letzte aus Eichenholz gebaute Schraubenfregatte der Königlich Dänischen Marine (Stapellauf um 1860). Sie nahm 1864 am Seegefecht bei Helgoland teil. - Foto: Stephan Karraß

 

Die Jylland nahm 1864 am Seegefecht bei Helgoland teil, dem letzten mit Holzschiffen ausgeführten Gefecht zweier feindlicher Staaten und zugleich das letzte historische Seegefecht, an dem Dänemark beteiligt war. Gegen holzzersetzende Schiffsbohrwürmer wurde das Unterwasser-schiff mit Kupferplatten versehen. Die Schiffschraube konnte zugunsten höherer Fahrgeschwindigkeit in den Schiffsrumpf gezogen werden, wenn die Jylland unter Segeln lief.

 

Die in Lübeck-Travemünde liegende Viermast-Stahlbark Passat von 1911 ist eine der vier noch existierenden legendären "Flying P-Liner" der Hamburger Reederei F. Laeisz. - Foto: Stephan Karraß

 

Zu o.g. Reederei gehören  übrigens auch die russische Kruzenshtern und die demnächst wieder nach Hamburg zurückkommende Peking. Als Frachtsegler wurde die Passat oftmals auf Routen von Europa nach Südamerika und Australien eingesetzt, umrundete dabei 39 Mal Kap Hoorn. 1957 wurde sie unwirtschaftlich und ging 1959 in den Besitz der Hansestadt Lübeck über, die sie als Museumsschiff für die Nachwelt erhielt.  
 

Takelage des mexikanischen Segelschulschiffs GUAUHTEMOC vom Fockmast aus gesehen - Foto: Albrecht Stender
Mexikanisches Segelschulschiff Cuautemoc beim Besuch in Hamburg vom 17. – 22.6.2016 / Foto:

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