Deutsche Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e.V.
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Geschichte der maritimen Archäologie

Wrack des finnischen Viermastschooners Polstjernan. Das Handelsschiff brannte 1926 mit Holzfracht ab und wurde aus der Fahrrinne geschleppt / Foto: Stephan Karraß

Maritime Archäologie ist mehr als die „Titanic“ am Meeresgrund zu besuchen. Tatsächlich ist es schwere Arbeit ein Wrack zu betauchen, einzumessen, zu kartographieren und dokumentieren, lose Funde zu bergen und dies alles zu beschreiben, zu dokumentieren und zu publizieren. Die maritime Archäologie hat viele Schnittstellen mit der maritimen Geschichte, ist aber nicht deckungsgleich. Umgekehrt ist Schiffsarchäologie nicht identisch mit Unterwasserarchäologie. Gerade solche berühmten Wracks wie Oseberg, Gokstad, Tune und Sutton Hoo wurden an Land gefunden. Als Gräber angelegt befinden sie sich eben an Land. Auch verlandete Gewässer, wie die Zuiderzee in den Niederlanden, bergen hunderte Wracks, die mit der Technologie der bekannten Archäologie untersucht und notfalls geborgen werden können. Natürlich liegen die Mehrzahl der Wracks unter Wasser. Aber nicht nur diese. Auch Hafenanlagen und Markierungen der Seewege können von Wasser bedeckt sein, sind damit maritime Archäologie aber keine Schiffsarchäologie.

Nachbau des Wikingerschiffes "Skudelev II" - Foto: Marko Richter

Der Nachbau des Wracks „Skudelev II“ aus dem Wikingerschiffsmuseum Roskilde in Dänemark. Es ist mit 30m der längste Wikingerschiffsnachbau. Unter dem Namen „Havhingsten fra Glendalough“ wird es für Segelversuche, Werbung fürs Museum und zu Ausstellungen verwendet. Hier war es 2014 anläßlich einer Wikingerausstellung auf der Berliner Spree am Schiffbauerdamm zu besuchen.

Mit den Methoden der Archäologie werden die materiellen Hinterlassenschaften erforscht. Damit stellen sie korrigierende und auch ergänzende Erkenntnisse bereit, gegenüber dem Wissen aus anderen Quellengruppen. Geht man weiter auf die Spezialisierungen und Fachbereichen der Archäologie ein, kommen noch die Industriearchäologie, Schlachtfeldarchäologie, Stadtarchäologie, die Historische Archäologie und am wichtigsten die Experimentelle Archäologie in Betracht.

Restaurierte "Jylland", ursprünglich 1860 erbaut - Foto: Marko Richter

Die dänische „Jylland“, gebaut 1860 in Kopenhagen, kam 1960 als Wrack nach Ebeltoft. Durch private Initiative konnte es von 1980 bis 1994 wieder aufgebaut werden. Im Rumpf sind noch die reparierten Beschädigungen durch die Einschüsse aus dem Gefecht von Helgoland 1864 zu sehen.

 

Etwas weiter gefasst ist das Erhalten der historischen Schiffe auch Teil der Archäologie. An der Schnittstelle zur Museologie und Restauration gehören solche berühmten Wracks wie die „Vasa“ in Stockholm, die „Mary Rose“ in Portsmouth, aber auch die Wracks der Wikingerzeit und vorgeschichtlichen Funde in Museen (z.B. das Dover-Boot) in diesen Bereich. Mit der Industriearchäologie verbunden sind solche Schiffe wie die „Warrior“ in Portsmouth, der „Constitution“ in Boston (USA), die „Constellation“ in Baltimore (USA), die „Unicorn“ in Dundee, die „Jylland“ in Ebeltoft und auch die „Huascar“ in Talcahuano (Chile).

Als letztes sei auf die experimentelle Archäologie eingegangen. Alle Nachbauten, die in Konzept, Ausführung und Betrieb den Anspruch haben, sich an die Zeit des ursprünglichen Originals oder Vorbilds zu halten, gehören in diesen Bereich. Hier wären zu nennen, die „Batavia“ in Lelystad, die „Duyfken“ in Australien, die schwedische „Götheborg“ in Göteborg und auch die „Hansekogge“ aus Kiel.

 

Text: Marko Richter

Wrack des Frachters UWE, das 1975 in der Fahrrinne der Elbe havarierte. Das Wrack wurde aus der Fahrrinne geschleppt. / Foto: Stephan Karraß

Das Wrack des Binnenschiffs "Uwe" wurde am 19.12.1975 auf der Elbe bei dichtem Nebel von einem überholenden Frachter gerammt, der zuvor mit einem anderen Frachtschiff kollidiert war. Ein Toter war damals zu beklagen. Ein Bergungsunternehmen hat dann das offenbar zweigeteilte Schiff an den Blankeneser Strand geschleppt, wo das Heck noch heute als eine Art Wellenbrecher liegen gelassen wurde.

 

Stephan Karraß - Regionalgruppe Hamburg

 

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