
Olaf Rahardt (links) und Wolfgang Göthling nach dem Vortrag über den Verbleib deutscher U-Boote am Ende des Ersten Weltkriegs. (Foto: Rahardt)
Was geschah mit den deutschen U-Booten nach dem Kriegsende 1918?
Diese Frage beantwortete Wolfgang Göthling auf der jüngsten Veranstaltung der Thüringer Regionalgruppe der DGSM im Rahmen seines Vortrages. Er beschloss seine interessanten Ausführungen mit der Präsentation seiner Veröffentlichung zum Thema.
(Rb) Mittlerweile ist es eine feste Größe im Vereinsleben der DGSM geworden, dass sich deren Mitglieder aus dem Raum Thüringen und angrenzende Bundesländer zweimal im Jahr zu Vortragsveranstaltungen in Rudolstadt treffen. Am Samstag 5. Mai 2012 reisten daher wieder Schifffahrtsinteressierte in Rudolstadt an um sich in der Aula der Stadtbibliothek über ein seltenes Thema der deutschen Geschichte zu informieren. Dazu hatte der Rudolstädter Marinemaler Olaf Rahardt, als Regionalleiter der DGSM, Wolfgang Göthling aus Stadtilm eingeladen. Einen hervorragenden Kenner der deutschen U-Bootwaffe im Ersten Weltkrieg. Kürzlich erschien sein umfangreiches Werk unter dem Titel „Ausgeliefert. Deutsche U-Boote 1918-1920“, Jetzt gab er in Rudolstadt einen Überblick über die geschichtlichen Ereignisse jener Zeit und den Inhalt seines Buches. Dieses hatte er in ausreichender Stückzahl dabei, so dass sich Interessierte ein frisch signiertes Exemplar mit nach Hause nehmen konnten.
DOM FERNANDO II E GLORIA von 1863, ein Museumsschiff auf der Künstlerleinwand
Aufgeräumt für die Besucher: Geschützdeck der Segelfregatte DON FERNANDO II E GLORIA im Museumslicht des Hafens von Lissabon.
(Rb) Auf seiner Studienreise im Frühjahr besuchte Olaf Rahardt auch Lissabon und die dortigen maritimen Sammlungen. Besonders wichtig war dabei für den Rudolstädter Marinemaler der Besuch auf der Segelfregatte Don Fernando il e Gloria, einem Museumsschiff von 1863. Er hatte dieses Schiff schon letztes Jahr auf der Staffelei und konnte es jetzt im Original in Augenschein nehmen. Zahlreiche Skizzen und Fotos die während der Stunden an Bord entstanden sind, entführten am 5. Mai die Mitglieder und Gäste der DGSM-Thüringen zu einem virtuellen Rundgang an Bord. (Fotos: Olaf Rahardt)
Skizzen und nochmals Skizzen: das "Brot" des Künstlers für die Umsetzung von Motiven im großen Format mit vielen und kleinen wichtigen Details, zum Beispiel die korrekte Flagge zur richtigen Zeit. Dann wird das Ganze etwas wie unten zu sehen.
Bericht der Regionalgruppe Thüringen 2011
Seit dem Frühjahr 1995 trifft sich die Regionalgruppe Thüringen der DGSM regelmäßig zu zwei Vortragsveranstaltungen im Raum Rudolstadt. Dass das auch im Jahr 2011 wieder zustande kommen konnte, spricht für die guten Kontakte, die zwischen den Mitgliedern und Gästen der Gruppe untereinander bestehen. Aufgrund dessen, dass die Wohnorte immer eine nicht unerhebliche Anreise nach sich ziehen, bleiben die Treffen in Thüringer auf zwei Veranstaltungen im Jahr beschränkt. Am frühen Samstagnachmittag gibt es einen ersten Vortrag, der dann nach kurzer Pause durch einen zweiten ergänzt wird. Anschließend findet bei gemeinsamen Gesprächen der Nachmittag seinen Ausklang. Somit wird sowohl dem Zugewinn neuer Erkenntnisse als auch der Förderung der Kontakte untereinander die Möglichkeit gegeben.
Am 30. April lud der Regionalgruppenleiter Olaf Rahardt zum ersten Treffen des Jahres in die Stadtbibliothek nach Rudolstadt ein. Die hervorragende Atmosphäre des Saales in dem historischen Altstadtgebäude gibt den Treffen schon seit längerem einen würdigen Rahmen.
An jenem Frühjahrstag gab unser Mitglied Peter Schröter einen Einblick in seine Zeit als er noch als Nautischer Offizier auf Frachtern der DRS unterwegs war und setzte diese Erlebnisse in Vergleich zu Seetagen, die er erst in jüngster Vergangenheit als Gast an Bord von Frachtschiffen in Südostasien erlebte. Ein hochinteressanter Vortrag mit guten, seltenen Bildern vom Leben auf See gestern und heute. Im Gegensatz dazu bestand der zweite Vortrag in einer wissenschaftlichen Analyse maritimen Sprachgebrauchs. Herr Heinrich Siemers, Leiter einer Sprachheilschule in Bayreuth, war eigens dazu angereist um seine Erkenntnisse bei der Begriffsbestimmung von, beispielsweise „Deck" oder „Overlop", einem Fachpublikum zugänglich zu machen. Nach intensiven Forschungen bis zurück ins Mittelalter, konnte er mit erstaunlicher Argumentation davon überzeugen, dass vieles von dem, was wir heute auf einem Schiff als Normalität hinnehmen, ursprünglich mal ganz anders war - und hieß !
Der 22. Oktober führte die Thüringer Regionalgruppe nebst zahlreichen Gästen zum zweiten Treffen des Jahres nach Rudolstadt. Dieses Mal waren beide Themen eher in der jüngeren Marinegeschichte angesiedelt. Vorstandsmitglied und Kassenwart der DGSM Boris Schuffels, war einer Einladung des Regionalleiters nach Rudolstadt gefolgt und berichtete über die ersten Versuche des Amerikaners Eugene Burton Ely mit einem Flugzeug von Bord eines Kreuzers zu starten und zu landen. Wie es 1911 dazu kam und wie das vor 100 Jahren aussah, konnte er anhand zahlreicher Bilder und Fakten auf hervorragende Weise vermitteln.
Neben der Historie spielt die Gegenwart immer wieder eine wichtige Rolle in den Vortragsthemen Olaf Rahardts. Als Marinemaler verweilt er häufig als Gast an Bord und kann über viele interessante Ereignisse berichten. Nachdem er im letzten Jahr die Flottenparade anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Royal Canadian Navy 2010 auf der Reede von Halifax vorstellte, entführte der jetzige Bericht die Zuhörer an Bord der Fregatte BRANDENBURG. Neben einer Vorstellung der Fregatten der 123-er Klasse, denen die BRANDENBURG angehört, konnten sich die Gäste eine Vorstellung davon machen, wie es an Bord während eines Seemanövers zugeht und konnten das Schiff visuell zu einem Besuch nach London im März 2009 begleiten.
Olaf Rahardt